In 8 Schritten zur Serienproduktion

Die gute Idee ist da, ein Prototyp vielleicht auch schon vorhanden, nur wie gelingt jetzt die Umsetzung in größere Stückzahlen? Start-up-Unternehmen fehlt es oft an Know-how über industrielle Fertigungsprozesse. Wie Firmen ihre Produktidee sinnvoll skalieren und in eine stabile Serienproduktion überführen können, skizzieren wir in diesem Beitrag in acht Eckpunkten.

  1. Industriepartner frühzeitig in die Planung holen
    Bereits in der Design- und Prozessentwicklung sollten Industriepartner einbezogen werden, um z. B. kunststoff-, prozess-, temperatur- oder logistiktechnische Anforderungen zu definieren. Fehlen diese Betrachtungen, können Terminverzögerungen und Kostensteigerungen die Folge sein.
  1. Eine Spiegelorganisation bilden
    Für die Abstimmung zwischen Start-up und Industriepartner sind „gespiegelte“ Zuständigkeiten sinnvoll, d. h. für zentrale Bereiche müssen auf beiden Seiten kompetente Ansprechpartner benannt werden in: Produktdesign, Qualitätsplanung, Einkauf, Verkauf, Marketing, Projektmanagement, Finance/Controlling, Supply Chain Management, Produktionsplanung und -steuerung.
  1. Kommunikation nicht unterschätzen
    Vermeintlich trivial, aber: Der permanente Austausch zwischen Start-up und Industriepartner ist zentral für ein solches Projekt. Dazu gehören klare Definitionen von branchenspezifischen Begrifflichkeiten sowie Projektzielen, Meilensteinen, Zeitvorgaben, Budgetrahmen.
  1. Schlüsselprozesse etablieren
    Während in Bereichen wie Einkauf oder Finanzen bereits Prozesse etabliert sind, müssen für die Fertigung ebenfalls Abläufe eingeführt werden, von Messmethoden über Förderungstechnologien bis zum Lieferantenmanagement. Zudem muss entschieden werden, welche untergeordneten Produktionsschritte evtl. ausgelagert werden können.
  1. Oft unterschätzt: die Verpackungslogistik
    Wenn ein Produkt nicht zu Ende gedacht wird, kann es letztlich teuer werden. Gerade hinsichtlich Verpackung und Transport müssen frühzeitig – bereits in der Produkt- und Designplanung – Entscheidungen getroffen werden: Einhaltung von Maximalgewichten, länderspezifische Gesetze, Hygieneanforderungen, sinnvolle Verpackungseinheiten mit kundenfreundlicher Entnahme und vieles mehr.
  1. Automatisierungsgrad festlegen
    Angesichts der künftigen Ausbringungsmengen, nötiger Investitionskosten und der Flexibilität der Anlage muss genau geplant werden, welche Prozesse in der Produktion automatisiert werden sollten. In der Anlaufphase bieten sich überwiegend manuelle Prozesse an, während bei steigender Nachfrage der Automatisierungsgrad erhöht werden kann.
  1. Breathing Production
    Die Produktion sollte eine möglichst große Flexibilität beinhalten. Durch gute Fertigungs- und Logistikkonzepte und eine vorausschauende Personaleinsatzplanung, Materialbeschaffung und Planung von Lagerbeständen ist ein schnelles Up- und Down-Scaling bei Auftragsspitzen oder sinkender Nachfrage möglich.
  1. Risikomanagement beachten
    Von Beginn an ist ein detailliertes Risikomanagement zu etablieren. Dies schließt nicht nur eine Risikoanalyse im Vorfeld mit ein, sondern es handelt sich um einen permanenten Prozess, in dem die Risiken für wirtschaftliche Verluste, Rufschäden, Zeitverschiebungen, technische Probleme, Ressourcenknappheit oder Qualitätsprobleme bewertet und abgesichert werden müssen.

Wenn junge Unternehmen in der Prozessentwicklung noch unsicher sind, stehen wir von RKT beratend zur Seite und unterstützen das Unternehmen bei der geräuschlosen Überführung ihrer Produktidee in die Serienfertigung.

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