Israel/Indien: Kunststoffteile für Bewässerungssystem
RKT betreute ein Projekt zur Bewässerung in der Landwirtschaft in Israel, wo jeder Tropfen Wasser kostbar und deshalb möglichst sparsam zu bewässern ist. Unser Kunde etablierte ein weit verzweigtes Bewässerungssystem aus Schläuchen und sogenannten Drippern. Diese Kunststoffteile, die mit Hilfe von Ultraschalltechnologie in die Schläuche eingeschweißt wurden, ermöglichen, dass tropfenweise Wasser abgegeben wird. In dem Fall waren die Dripper so konstruiert, dass Verschmutzungen im Wasser, wie kleine Sandkörner, die Dripper nicht zusetzen und verstopfen konnten. Durch Verwirbelungen wurde eine selbstreinigende Wirkung erzielt und der Sand mit ausgespült.
Für diese speziellen Kunststoffteile wurde ein sehr präzises Hochleistungswerkzeug benötigt, das in einer Zykluszeit von 2,3 Sekunden Teile produzierte. Begonnen wurde mit einem Vierfach-Vorserien-Werkzeug, das anschließend hochskaliert wurde. Die Ausbaustufe war ein 32-kavitätiges Werkzeug, das alle 2,3 Sekunden in 24/7 32 Komponenten produzierte (ca. 1,1 Mio. Teile pro Tag).
Die eigentliche Produktion war ursprünglich in Israel geplant. Der Prozess wurde bei RKT so ausgelegt und validiert, dass ein prozessstabiler Betrieb in Israel gewährleistet war. Zu diesem Zweck stellte der Kunde sämtliches Equipment inkl. Spritzgussmaschine bei RKT bereit. Der israelische Projektleiter begleitete mit uns die komplette Inbetriebnahme und Validierung, bis alle Prozessschritte so gewährleistet waren, dass das Projekt nach Israel verlagert werden konnte. In diesem Zuge wurde auch eine Highspeed-Kamera etabliert, um das Fallbild der Kunststoffteile beim Herausfallen aus dem Werkzeug zu überprüfen und zu optimieren.
Bei der ersten Anlage und den ersten Werkzeugen schickten wir u. a. ein Bedienerhandbuch (Mould Manual bzw. Pixi Book) sowie Schulungs- und Wartungspläne mit; für die höherkavitätigen Werkzeuge auf weiteren Anlagen wurden wir beauftragt, auch die Erstinbetriebnahme vor Ort zu überwachen und Mitarbeiter zu schulen.
Die Investition in die Hochleistungswerkzeuge samt Prozessvalidierung sowie Inbetriebnahme und Schulung vor Ort zahlte sich für den Kunden aus, da mit den Werkzeugen mehr als 30 Millionen Schuss (ca. 1 Mrd. Teile) produziert werden konnten, ohne dass die Werkzeuge ausfielen oder größere Instandhaltungen durchgeführt werden mussten. Die ursprüngliche Erwartungshaltung des Kunden waren 12 bis 15 Millionen Schuss, bis ein Werkzeug getauscht werden muss. Somit konnten mit unseren Werkzeugen mehr als doppelt so viele Teile, wie vom Kunden gefordert, produziert werden.