Werkzeugverlagerung: Ihr Werkzeug in guten Händen

Bei RKT finden Werkzeugverlagerungen in beide Richtungen statt:

Im ersten Fall verlagern Kunden ein selbst oder von einem anderen Lieferanten gebautes Werkzeug zu RKT, damit wir die Spritzgussproduktion übernehmen.

Im zweiten Fall fertigen wir im Auftrag des Kunden ein Werkzeug an und verlagern es zurück zum Kunden, der auf eigenen Maschinen anschließend die Teile fertigt.

In beiden Szenarien befindet sich Ihr Werkzeug in versierten Händen. Wir setzen Ihr beigestelltes Werkzeug wie unsere eigenen ein, prüfen, validieren und stellen sicher, dass Ihre Bauteile entsprechend den Qualitätsvorgaben gefertigt werden. Neue Werkzeuge, die auf Ihren eigenen Maschinen laufen, konstruieren wir nach Ihren Spezifikationen und Vorgaben und unterstützen bei der Implementierung in Ihre Spritzgussmaschine.

Verlassen Sie sich auf eine reibungslose Werkzeugverlagerung – in beide Richtungen.

Fall 1) Werkzeugverlagerung zu RKT

Warum sollten Sie Werkzeuge zur Spritzgussproduktion an RKT verlagern?

Die Gründe für eine Werkzeugverlagerung eines Kunden an RKT mit dem Auftrag, den Spritzguss zu übernehmen, sind vielfältig:

  • Ökonomische Gründe, einen günstigeren Lieferanten zu beauftragen
  • Qualitätsmängel oder Lieferschwierigkeiten bei früheren Lieferanten
  • Zusammenspiel aus beiden Aspekten:

Oft gehen wirtschaftliche und qualitätstechnische Aspekte einher, wenn z. B. Reklamationskosten bei bisherigen Lieferanten hoch sind und durch einen Wechsel die Qualität optimiert und damit die Reklamationskosten gesenkt werden können

  • Insolvenzen von bestehenden Lieferanten
  • Moderne Technik für eine effizientere und wirtschaftlichere Produktion:

Mit hybriden Spritzgussmaschinen sind wir für die unterschiedlichsten Produkte sehr flexibel aufgestellt. Dabei nutzen wir die Vorteile von elektrisch betriebenen Spritzeinheiten zur Dosierung des Kunststoffes: Unsere Maschinen sind dynamisch bei der Bauteilfertigung bzgl. des Einspritzvorgangs und weisen eine hohe Wiederholgenauigkeit auf, wodurch eine sehr gute Maschinenfähigkeit bei der Dosierung erreicht wird. Durch mögliche Optimierungen der Öffnungs- und Schließmechanismen sowie bei der Bauteilentformung sparen wir ferner Zehntelsekunden ein – bei Millionenstückzahlen bedeutet das einen signifikanten Einfluss auf den Output in kürzerer Zeit.

So läuft eine Werkzeugverlagerung zu RKT ab

Wenn ein Kunde sein Werkzeug zu uns verlagert, damit wir die Spritzgussfertigung übernehmen, kommt es auf folgende Prozessschritte an:

  • Angebotsanfrage mit ersten Informationen zu Werkzeug (oder mehreren Werkzeugen im Fall der Verlagerung ganzer Baugruppen) und Fertigung (Zeichnung, Material, Zykluszeit, Kavitätenanzahl, Abmaße des Werkzeugs, Peripherie, Besonderheiten wie Kernzüge für bestimmte Bewegungen …)

Ideal ist für RKT, im Vorfeld der Angebotserstellung auch Fotos vom einzusetzenden Werkzeug zu erhalten, um den Ist-Zustand besser beurteilen zu können: Wurden Einsätze regelmäßig gewartet, gibt es rostige Stellen, Dellen, Kerben o. Ä.? Daraus lassen sich Rückschlüsse auf den Zustand des Werkzeugs ziehen.

  • Angebotserstellung nach Vorauswahl einer passenden Spritzgussmaschine und Einschätzung der Kapazitäten (Abstimmung zwischen Vertrieb, SCM, Produktmanagement, Qualitätssicherung, Konstruktion, Technik)
  • Abgleich des benötigten Equipments für die Fertigung ihrer Produkte (z. B. zusätzliches Zylindermodul oder …)
  • Wünschenswert ist auch ein Besuch beim bisherigen Lieferanten und Besichtigung der aktuellen Fertigung, jedoch nicht zwingend erforderlich
  • (Prüfung von definierten Kriterien und des Werkzeugstatus anhand einer Eingangscheckliste):
    • das Werkzeug aufziehen und ggf. auseinanderbauen
    • prüfen, ob Schäden/Verschleiß an den Einsätzen/Auswerfern/Platten vorhanden sind
    • kontrollieren, ob die Kabel korrekt montiert sind
    • Messungen, z.B. am Heißkanal, durchführen
    • die Verdrahtung überprüfen, sodass diese für unsere eigene Fertigung passt

Im Anschluss geben wir Empfehlungen zu Reparaturen oder Instandsetzungen, falls diese notwendig sind. Größtenteils sind die Werkzeuge, die wir beigestellt bekommen, in gutem Zustand.

Die Eingangskontrolle ist wichtig, damit wir belegen können, welchen Zustand das Werkzeug bei der Verlagerung hatte, um bei möglichen Qualitätsdiskussionen den Status dokumentiert zu haben.

Nach erfolgreicher Eingangskontrolle und ggf. Umbauten des Werkzeugs, um den Betrieb auf den eigenen Maschinen zu gewährleisten – insbesondere bei 2K- oder 3K-Werkzeugen, wo evtl. andere Aufspann- oder Adapterplatten benötigt werden, damit z. B. das Werkzeug zum Drehteller passt –, kann die Inbetriebnahme auf der Spritzgussmaschine erfolgen.

  • Thermodynamische Analyse des Heißkanalsystems, um die Heizraten in der Aufheizphase zu messen und zu protokollieren. Ferner ist die Überprüfung der Durchflussraten bei der Werkzeugkühlung wichtig, um möglichen Problemen bei der Inbetriebnahme vorzubeugen.
  • Übernahme der Messvorrichtungen und Messmittel des Kunden oder Neukonzeption des Messprozesses auf Basis des Measurement-Agreements (wie wird wo, was gemessen)
  • Dokumente bezüglich der Qualitätsanforderungen an den Artikel und die Produktionsumgebung sowie z. B. QSV (Qualitätssicherungsvereinbarung mit dem Kunden)
  • Planung der Logistik inkl. Verpackungskonzept (wir bieten dem Kunden so weit wie möglich an, sein bisheriges Verpackungskonzept bei uns eins zu eins bereitzustellen)
  • FOT-Termin (First-out-of-Tool) für die Erstinbetriebnahme des Werkzeugs auf unserer Maschine durch unser Technikum-Team; Messung der Teile und Begutachtung intern oder durch den Kunden
  • Validierungsphase je nach Anforderung und Branche (Standardablauf mit vordefinierten Toleranzen, Pro-Op-Methode, Prozessvalidierung nach DOE) samt Validierungsplan (DQ, IQ, OQ und PQ) und Freigabe durch den Kunden
  • Nach Kundenfreigabe Start der Serienfertigung

Entscheidende Prozesse bei der Werkzeugverlagerung sind die Eingangskontrolle, um das Fremdwerkzeug genau zu prüfen sowie die Validierungsphase, um die gewünschte Qualität in der späteren Serienfertigung wirklich sicherstellen zu können. Die Validierungen mit den zugehörigen Kundenfreigaben beanspruchen bei der Werkzeugverlagerung eine gewisse Vorlaufzeit, die für den Produktionserfolg aber maßgeblich ist.

Damit ein Fremdwerkzeug bei RKT einwandfrei laufen kann, ist in erster Linie eine fundierte Informationsbasis seitens des Kunden das A und O. Während des gesamten Verlagerungsprojekts ist eine enge Abstimmung zwischen uns und dem Kundenunternehmen für den Erfolg dieses Projektes essenziell.

Mehrwert durch hohe Prozesssicherheit

Sie profitieren bei der Werkzeugverlagerung zu RKT von einer hohen Prozesssicherheit, die beispielsweise durch eine stets sortenreine Nestertrennung davor bewahrt, ganze Chargen bei eventuellen Schäden an einzelnen Werkzeugeinsätzen entsorgen zu müssen. Zudem haben wir nahezu keine Produktion, bei der Teile aus der Spritzgussmaschine nach unten fallen, stattdessen arbeiten wir mit einer automatisierten Bauteilentnahme durch Roboter. So werden die Teile sicher entnommen und nachgelagert separiert. Bei freifallender Fertigung könnte ein Bauteil in der Form hängenbleiben und womöglich das Werkzeug beschädigen. Dies ist bei der Roboterentnahme ausgeschlossen, da hierbei die Entnahme überwacht ist. Zudem ist durch das Entnehmen der Teile die Gefahr von Verschmutzungen und Beschädigungen an den Bauteilen geringer als bei frei nach unten fallenden Teilen.

Fall 2) RKT baut Werkzeug für die Spritzgussproduktion beim Kunden

Wenn Sie Ihre Kunststoffteile inhouse spritzgießen, aber nicht über einen breit aufgestellten Werkzeug- und Formenbau verfügen, unterstützt RKT Sie gerne bei der Konstruktion und Erstellung passender Werkzeuge. Gerade bei anspruchsvollen Geometrien kommt Ihnen unsere Werkzeugerfahrung zugute. Wir sind erfahren bei Mikrostrukturen und Werkzeugen für den 2K- oder 3K-Spritzguss sowie bei hochkavitätigen Werkzeugen, die ein besonderes Konstruktions- und Fertigungs-Know-how erfordern.

Der Prozessablauf bei Neuerstellung und Werkzeugverlagerung zurück zum Kunden

  • Entwicklung eines Werkzeugkonzepts aus den Kundenanforderungen für das jeweilige Bauteil (Größe, Kavitätenanzahl, Kalkulation Zykluszeit, Schussvolumen, Zuhaltekraft, Spritzeinheit …)
  • Festlegung der Spritzgussmaschine

Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten: Der Kunde gibt die Spezifikationen anhand der in seiner Fertigung vorhandenen Maschine(n) vor. Alternativ unterbreitet RKT Vorschläge für eine passende Spritzgussmaschine samt Equipment (wie z.B. Temperiergeräte, Trockner, Roboterentnahme, Ablagestation …). Im ersten Fall wird dann tatsächlich nur das neu erstellte Werkzeug zum Kunden verlagert, im zweiten Fall verlagert RKT nach dem Einfahren die komplette Spritzgussmaschine zum Kunden, teils mit der gesamten zugehörigen Automatisierung (samt Roboter und Ablagestation).

  • Nach Freigabe des Konzepts startet die Konstruktion und Fertigung des Werkzeugs
  • Anschließend erfolgen erste Testläufe auf den hauseigenen RKT-Maschinen im Technikum
  • Auf Kundenwunsch begleiten wir die Implementierung, Validierung und Anlaufphase auch auf der Kundenmaschine
Technikum bei RKT

Davon profitieren Sie bei der Neukonzeption eines Werkzeugs für Ihre Maschine

Komplexe Geometrien, z. B. bei Mikrostrukturen, oder Bauteile im 2K- oder 3K-Kunststoffspritzguss erfordern exakte Werkzeuge, die höchsten Standards entsprechen. RKT hat langjährige Erfahrung im Mehrkomponentenspritzguss und bei diffiziler Formgebung – nicht nur im Werkzeugbau, sondern auch im Spritzguss. Diese Kombination beider Disziplinen sorgt dafür, dass Ihr Werkzeug auf die konkreten späteren Erfordernisse des Spritzgusses optimal ausgelegt wird – so als wäre es für unsere eigenen hohen Ansprüche konzipiert, um eine prozessstabile Produktion zu gewährleisten. Sie bestimmen das Maß unserer Unterstützung. Wir liefern das Werkzeug anhand Ihrer Vorgaben oder unterstützen Sie mit Empfehlungen zur geeigneten Maschine, nötigem Zubehör oder zur gesamten Spritzgusszelle. Wir fahren die Werkzeuge für Sie ein, validieren und stellen die Prozessstabilität sicher. Dazu gehört auf Wunsch auch die Wartung des Werkzeugs in regelmäßigen Intervallen.

Sie sind ein international agierendes Unternehmen und benötigen eine Werkzeugverlagerung an einen Ihrer internationalen Standorte?

Auch mit der Bereitstellung von Werkzeugen in anderen Ländern haben wir Erfahrung. Auf Wunsch ermitteln und validieren wir den gesamten Prozess, begleiten die Inbetriebnahme vor Ort und sorgen durch Schulungen Ihrer Mitarbeiter dafür, dass der Prozess stabil läuft.

Mehr dazu finden Sie hier: internationale Werkzeugbereitstellung